Schwere Entscheidungen

Erstellt am 20.01.2021
Schwere Entscheidungen durch Corona-Pandemie.

Die Corona-Beschränkungen ziehen sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche, so auch für den kirchlichen Raum. Die Entscheidungen auf der Ebene der Ministerpräsidenten, ob nun Abstandsregeln, Hygieneauflagen, Atemschutzmasken gelten in der Regel für den öffentlichen Raum. Sie berühren aber meistens auch das Grundrecht auf freie Religionsausübung, lassen also für diesen Bereich Interpretationsspielräume.

Diese auszufüllen ist Aufgabe der örtlichen Kirchengemeinden und des jeweiligen Presbyteriums. So waren beispielsweise Gottesdienste zu Weihnachten unter Auflagen möglich. Gleichzeitig galt allgemeingültig neben den Abstandsgeboten die Forderung nach Einschränkung bzw. Vermeidung von persönlichen Kontakten.

Die Planungen sahen zunächst vor, den Weihnachtsgottesdienst im Freien durchzuführen. Uns im Presbyterium war es wichtig, für das wichtigste Fest im kirchlichen Kalender ein Angebot zu machen, Begegnungen zu ermöglichen, Gemeinschaft im Glauben erlebbar zu machen.

Viele Gedanken und Ideen waren aufgrund der besonderen Situation im Vorfeld in Konzepte eingeflossen, Organisationspläne durchgespielt. Fast 80 Anmeldungen lagen bereits vor.

Dann traf die Empfehlung der Westfälischen Landeskirche ein, auf Weihnachtsgottesdienste als Präsenzveranstaltungen zu verzichten. Wie damit umgehen?

In der Regel finden Presbyteriumssitzungen monatlich statt, nun galt es kurzfristig zu handeln. Alle bisherigen Planungen umsonst, Vorfreunde auf den Weihnachtsgottesdienst und Begegnungen abrupt unterbrochen? Was machen unsere evangelischen Schwestern und Brüder in den Nachbargemeinden Hüsten, Neheim und Sundern? Wie verhalten sich unsere katholischen Mitschwestern und Brüder? Wie bekommen wir die notwendigen Informationen transportiert?

Fragen über Fragen, kurzfristige Abstimmungen im Presbyterium, mit den Nachbarn, natürlich per Telefon und Video, keine einfache Situation, die kurzfristig in schwere Entscheidungen umzusetzen waren.

Auch im Rückblick waren die getroffenen Entscheidungen richtig, nur wenige äußerten Unverständnis. Wir haben, wie es uns aufgetragen ist, Verantwortung übernommen.

Fortsetzung, leider ja. Und weitere Entscheidungen stehen an. Welche Angebote sind alternativ möglich, was bedeutet es für den Konfirmandenunterricht, für Taufen, Hochzeiten und, in dieser schlimmen Zeit leider auch sehr oft, für Trauerfeiern, für Abschiede für immer?

Wir sind von Gott getragen! Sich daran zu erinnern, hilft.