1. Gottesdienst in Sankt Norbertus

Erstellt am 11.03.2019

Die Ökumene lebt in Arnsberg!

Abraham und Sara sind aufgebrochen. Sie gingen in ein Land, das Gott ihnen zugewiesen hatte. Auch unsere Gemeinde ist aufgebrochen. Wir haben unsere Sachen gepackt, unser Bündel geschnürt, so wie einst Abraham und Sarah es getan haben - mit dem Unterschied, dass wir schon seit über 2000 Jahren als Christen mit Gottes Sohn an unserer Seite leben dürfen!

Unsere Gemeinde ist nur in eine andere Kirche umgezogen und das auf Zeit!

Als am vergangenen Sonntag die Glocken von St. Norbertos läuteten, waren das für die unmittelbaren Nachbarn ungewöhnliche Töne, denn schon seit einiger Zeit findet nur am Samstagabend dort eine Messe statt.

Ab sofort wird nun auch ein evangelischer Gottesdienst dort gefeiert und zwar am Sonntagmorgen.

Am 03. März um 10: 00 Uhr war die St. Norbertuskirche dann auch sehr gut besucht. Viele waren gekommen: Alt und Jung, Groß und Klein, Evangelisch und Katholisch - um Gottes Wort zu hören!

Das Evangelium für den Sonntag war gleichzeitig Predigttext.

In einer Dialogpredigt brachten Pfarrerin Claudia Schäfer und Praktikantin Franziska Padberg der Gemeinde den Sinn des Evangeliums auf nette und amüsante Art nahe. (Das Evangelium ist nachzulesen bei Lukas Kapitel 10 in den Versen 38-42) Es ging um die Geschichte von Maria und Marta.

Besonders in Erinnerung geblieben ist bei mir das „Marthasyndrom!“ Es bedeutet: Immer für andere das ein, immer alles perfekt machen wollen, immer schon einen Gedanken weiter! Keine ruhige Minute! Und ich habe gehört: Das muss der „Maria Effekt“ ausgleichen! Damit ist gemeint: Mal zur Ruhe kommen, mal ganz bei sich sein, nur für sich etwas Gutes tun. Den Augenblick zulassen, der Ruhe, Gelassenheit und Kraft zurückbringt.

Zur Feier des Heiligen Abendmahls lud Jesus alle Menschen ein, um Brot und Wein miteinander zu teilen. Das geschah so auch am Sonntag in St. Norbertus. Der Abendmahlkreis war sehr groß, ein für mich erhabener Augenblick, der viel zu schnell verging!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal den katholischen Schwestern und Brüdern danken, die uns das Gefühl gaben, in St. Norbertus willkommen zu sein. Sie führten uns nach dem Gottesdienst durch ihr Haus und zeigten uns alles, damit auch wir uns zu Hause fühlen können.

Durch die gemeinsame Nutzung der Kirche kommen wir der Ökumene sicher ein großes Stück näher!

Nach dem ersten Gottesdienst in St. Norbertus war klar: Es wird eine gute, gemeinsame Zeit werden.

Text: Ingrid Fürstenberg
Fotocollage: Ingrid Fürstenberg