Der Taufgottesdienst - Die Erfahrung aus der Sicht einer Mutter

Erstellt am 27.06.2017

Wenn ich mich heut zu Tage in unserm Bekanntenkreis umhöre, stoße ich immer wieder auf Kritik wenn ich das Thema „Taufe“ anspreche. „ Wieso möchtest du dein Kind Taufen lassen“? „ Ist das denn heute noch nötig?“ „ Ernsthaft? Die Kirche ist so altbacken und unmodern. Willst du dir wirklich den Gottesdienst antun“?

Das sind die häufigsten Kritikpunkte, die ich geerntet habe, als ich verkündete, mein Kind gern taufen lassen zu wollen. Aber haben die Menschen mit Ihren missfallenden Äußerungen recht damit? Geht die Kirche mit der modernen Zeit, ohne Ihre Absichten und das, wofür die Kirche und der Glauben seit Jahren stehen, verloren?

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus muss ich gestehen, dass ich die Geschichten um unsere Religion stets faszinierend fand und den Glauben an Gott immer vertreten habe. Meistens habe ich jedoch den Gottesdienst gemieden, weil auch ich der Auffassung gewesen bin, dass die Struktur des Gottesdienstes dringend verändert werden muss. Gerade für mich als Mutter ist es wichtig, dass auch die Kirche einen Gottesdienst heutzutage so gestaltet, dass es Spaß macht, die Kirche zu betreten und auch unsere Kinder sich dort wohlfühlen.

Den Termin für die Taufe unseres jüngeren Sohnes wählten wir daher mit Bedacht aus. Schnell war uns klar, dass der Tauferinnerungsgottesdienst am 05.06.17 perfekt zu uns passt. Ein Gottesdienst, mit und für Kinder gemacht!

Jede Mutter kennt trotz alledem das mulmige Gefühl eines bevorstehenden Kirchenganges. Die meisten von uns schicken ein stilles Stoßgebet zum Himmel, in der Hoffnung, dass es für den Pastor und die Gemeindemitglieder nicht zum Problem wird, wenn die kleinen, von Langeweile geprägt,( einen zwei Jährigen kann mach nicht eine Stunde auf einer Bank ruhig halten) aufstehen oder sich auch einmal zwischendurch laut äußern.

Meine Befürchtungen allerdings verliefen im Sand. Der Tauferinnerungsgottesdienst, geleitet von Pfarrerin Claudia Schäfer hat mich sehr positiv überrascht und mich davon überzeugt, dass auch die Kirche ihren Platz in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit gefunden hat. Der Gottesdienst war genauso gestaltet, wie ich Ihn mir vorgestellt habe. Es gab kein Wehklagen und keine Beschwerden über Kinder, die einmal etwas lauter waren. Die Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die KU3 Kinder unter der Leitung von Frau Schäfer und Frau Fürstenberg. Meines Erachtens hat es den Kindern riesigen Spaß gemacht einmal Ihren eigenen Ablauf zu kreieren.

Die Taufzeremonie war sehr persönlich. Unser Sohn hat sich nicht einmal geziert, vor das Taufbecken zu treten um Teil der Gemeinde zu werden.

 Neben der tollen Musikbegleitung gab es noch ein weiteres Highlight in unserem Gottesdienst. Ingrid Fürstenberg brachte eine Flasche mit aus dem Jordan gefülltem Wasser mit und erzählte uns eine erheiternde Geschichte dazu, wie es in Ihren Besitz kam und welche Bedeutung es für Sie hat. (Wir alle erinnern uns sicherlich daran, dass Johannes der Täufer, Jesus von Nazareth im Jordan taufte.)

In diesem Sinne bedanke ich mich recht herzlich bei Pfarrerin Claudia Schäfer und Ihrem gesamten Team, welches diesen schönen Taufgottesdienst ermöglicht hat. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt und werden mit Freude auch weiterhin Gäste der Auferstehungskirche sein!

Text: Jana Jansen

Bilder: Ingrid Fürstenberg