Auferstehungskirche Arnsberg

Die Auferstehungskirche im Grundriss.

Die Auferstehungskirche 1891 innen.

Die Auferstehungskirche heute innen.

Am 8. Mai 1825 wurde die Auferstehungskirche eingeweiht. Die Erbauer dieser Kirche  griffen auf die Formensprache der Antike zurück, weil das für sie ein wenig Paradies auf Erden bedeutete. Die Sehnsucht nach der Wirklichkeit Gottes, nach einer Welt, wie sie sein könnte, wurde damals mit Hilfe dieses Baustils ausgedrückt.

Klassizismus nennt man diese Stilrichtung. Mit ihr eng verbunden ist der Name Karl Friedrich Schinkel. Er hat sich intensiv mit dem Bau der Auferstehungskirche beschäftigt. Der Entwurf stammt nicht von Schinkel selbst. Er hat die Pläne aber begutachtet und korrigiert. Die fertige Kirche bezeichnete er später als gelungen.

Auch das klassizistische Viertel rund um die Kirche ist in dieser Zeit entstanden. Als „Preußisches Regierungsviertel“ wurde der Bau der Wohnhäuser und auch der neuen Kirche vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. großzügig unterstützt.

Die klassizistischen Elemente in dieser Kirche haben symbolische Bedeutung: Da sind 8 dorische Säulen wie in einem griechischen Tempel. Sie umschließen den Zentralbau von 1824, der auf dem Grundriss eines griechischen, gleichschenkligen Kreuzes erbaut ist. Diese Säulen symbolisieren die Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Im Altertum galt die Palme als Lebens- und als Gottesbaum. Wir finden sie als stilisierte Palmwipfel an der Decke und an der Kanzel.

Das Taufbecken ist einer antiken Opferschale nachgebildet. 4 Beine mit Löwenfüßen zeigen die Stärke, die im Sakrament der Taufe liegt. Eine Besonderheit ist der Pinienzapfen im Blätterkranz auf dem Deckel des Taufbeckens. Die Pinie ist ein typischer Baum des Mittelmeerraumes. Der Zapfen ist das Symbol der Fruchtbarkeit.

Rosetten und Akantusblätter bilden die Girlande am Altar. Viel Gold erinnert an den Glanz der Gegenwart Gottes. Die Blautöne in der Kirche weisen auf den Himmel und die Unendlichkeit.

Das Altarbild hat 1834 der Künstler Ernst Deger gemalt und zeigt den auferstandenen Christus. Ernst Deger gehörte zur Künstlergruppe der Nazarener. Damals zählte dieses Bild zu den Besten seiner Zeit. Übrigens bekam die Kirche 1967 im Zusammenhang der Einweihung der Erlöserkirche nach diesem Altarbild ihren Namen.

1890/91 erhielt die Kirche aufgrund von Platzmangel einen Anbau. Die Nahtstelle markieren zwei gusseiserne Säulen mit Pflanzendekor: Weinblätter, Palmblätter und Akantus.

Die Fenster im Altarraum wurden als Ersatz für die kriegszerstörten Fenster während der Renovierung 1951/52 eingesetzt. Sie wurden vermutlich von Prof. Thol, unter dessen Leitung die Renovierung stattfand, entworfen. Die Bibelworte des Spruchbandes, das den Altarraum umläuft, stehen in Beziehung zum Altarbild, zu den Kirchenfenstern, zu Taufe und Predigt.

Das Relief im Altarraum ist eine Arbeit des Bildhauers Georg Hartje aus Langscheid. Es wurde 1952 zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege geschaffen.

Die 1969 erbaute Orgel ist ein Werk der bekannten Orgelbaufirma Hammer aus Hannover. Besonders gut eignet sich diese Orgel für die Wiedergabe der barocken Orgelliteratur.

Im Dezember 2001 konnte die Innenrenovierung der Auferstehungskirche abgeschlossen werden. Neben der Ausmalung in den ursprünglichen Farben, wurde eine neue Toilettenanlage geschaffen, eine Teeküche eingerichtet, die Sakristei hinter den Altar verlegt, eine bewegliche Glasfaltwand eingebaut und für Ausstellungen entsprechende Vorrichtungen installiert.

Die Auferstehungskirche erhielt die Plakette „Verlässlich geöffnete Kirche“. Für die Arbeit der Offenen Kirche wurde ein Weltkugel-Gebetsleuchter angeschafft, der zum Beten und zum Entzünden einer Kerze einlädt. In der Auferstehungskirche liegt die „Arnsberger Bibel 2001“ aus. Viele Menschen aus Arnsberg waren daran beteiligt, Bibelworte zu schreiben, zu kommentieren und zu gestalten.

Text nach Adelheid Philipps

Auferstehungskirche

Tel.: (0 29 31) 93 78 24

Lutherjahr 2017